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Weil auch keiner Oma erschießt!

Ich hasse es, gefragt zu werden, warum ich Skipper nicht einfach einschläfern lasse. Ja, verdammt noch mal, er ist 13 Jahre alt und dement. Dass er überdies fast blind und inzwischen stark schwerhörig ist, macht das Leben nicht leichter. Na und?

Es ist mein Leben und natürlich das von meiner Bärmaus. Skipper, Orion von Hamels Hof, leidet wie seine vor fast drei Jahren verstorbene Cousine Grappa an canine cognitive dysfunction (CCD), also dem kognitiven Dysfunktionssyndrom, auch senile Demenz oder Altersdemenz genannt. Mit anderen Worten: Der alte Plüschmann hat Honig im Kopf. Er zeigt dieselben Symptome wie ein Mensch, der an Demenz leidet. Für die, die nicht dement sind, ist das ziemlich anstrengend.

Die absterbenden Nervenzellen im Gehirn bewirken eine Art von Rückwärtsentwicklung im Zeitraffer: In der in Millionen von Jahren evolvierten komplexesten Struktur, die wir kennen; in dem zu faszinierenden Leistungen fähigen Wirbeltiergehirn gewinnt zunehmend das als Hirnstamm verbliebene Reptiliengehirn wieder die Oberhand. Stark vereinfacht ausgedrückt. Das bedeutet: Alte Ängste sind wieder da, und immer weniger Nervenzellen in der Großhirnrinde verarbeiten diese Emotionen.

Ein Hund steht vor einer Glastür und schaut in sein Speigelbild.
„Erinnerst du dich?“: Skipper hält heute öfters inne, als wisse er nicht mehr, wohin er eigentlich gehen wollte.

Zu den typischen Symptomen von Demenz gehört daher eine zunehmende Unfähigkeit, bewusste Entscheidungen zu treffen. Dazu zählt auch, dass gelerntes Verhalten schwieriger abzurufen ist. In Skippers Fall ist das Abrufen von erlerntem Verhalten noch mal schwieriger, weil er meine Handsignale nicht mehr sehen kann und Signalwörter nur noch hört, wenn ich sie ihm entgegenbrülle. All die Verluste, die mit der Demenz kommen, bedeuten jedoch ganz sicher nicht automatisch auch den Verlust der Lebensfreude.

Gestern Abend rollte ich Skipper eine frisch aus der Schote gepulte Erbse zu. Er hat sich so darüber gefreut, dass er aufgestanden ist von seiner Decke – übrigens trotz Spondylose und Arthrose mühelos – und sich schwanzwedelnd vor mir aufbaute. Natürlich hat er noch ein paar mehr Erbsen von mir bekommen. In diesem Moment habe ich beschlossen, heute diesen Blogbeitrag zu schreiben. Denn: Drei Stunden zuvor hatte mich jemand gefragt: „Kennst du keinen Jäger? Der geht mit deinem Hund in den Wald und löst das Problem.“

Es war nicht das erste Mal, dass ich den Ratschlag bekommen habe, Skippers Leben zu beenden. Sogar Menschen, die mir sehr, sehr nahestehen, haben mir schon gesagt: „Es wäre okay.“ Nein, für mich ist es nicht okay, einen Hund einschläfern zu lassen, weil das Zusammenleben mit ihm für mich mit Einschränkungen verbunden ist. Und es ist kein bisschen mehr okay geworden an seinem 13. Geburtstag, als er ein „schönes Alter“ erreichte.

Ein Buch, das mir sehr geholfen hat und immer wieder hilft, ist „Remember Me?“ von Eileen Anderson. Leider gibt es noch kein vernünftiges deutschsprachiges Buch über das kognitive Dysfunktionssyndrom bei Hunden. Vielleicht sollte ich selbst eins schreiben. Übrigens antworte ich normalerweise auf die Frage, warum ich Skipper nicht einschläfern lasse, mit: „Weil du deine Großmutter auch nicht umbringst, wenn sie Alzheimer hat.“ Gestern habe ich lieber nichts gesagt. Am Ende wäre sonst womöglich eine Waffe gezückt worden …

[Dieser Beitrag ist ursprünglich in meinem Blog „An der Leine – Hundeleben in Hannover“ erschienen. Der ursprüngliche Beitrag ist bei Facebook mehr als 5500-mal geliked worden.]

75 Comments

  • Drea Schwarze -

    Danke von Herzen für diesen Beitrag <3
    Hatte selber einen Hund mit Demenz, es war die letzte Zeit nicht einfach, aber ich habe trotzdem jeden Tag mit ihm geliebt, gelebt, genossen. Sicher mußte man wesentlich mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen, hab mich auch oft im Bad verkrümelt, um meinen Tränen freien Lauf zu lassen, aber eher weil es nicht einfach war hilflos zuzusehen und man machtlos ist…nur Liebe, Zuwendung und Streicheleinheiten geben kann. Datschi wurde 17 Jahre, ein stolzes Alter für einen AmStaff und trotz aller Beschwerden ein Seele ..mein Seelenhund ..und ich lies ihn erst gehen, als er multibles Organversagen bekam und niemals wurde ich ein Tier gehen lassen, nur weil es etwas "schwierig" wird – egal warum.

    • Hallo, mein letzter Hund wurde 14 Jahre alt. Ich musste ihn gehen lassen, weil er Krebs hatte und starke Schmerzen. Er kapselte sich ab und wollte nur noch alleine sein. Das tat mir sehr weh. Es war mein bisher schwerster Gang. Zu sagen, jetzt ist es soweit…
      Ein Tier gehen lassen, weil es „schwierig“ wird, das geht gar nicht. Aber ein Tier gehen lassen, wenn das Tier leiden muss, eine schwere Entscheidung, aber ich habe es getan.
      Ich habe ihn so vermisst und erst nach 6 Jahren mir wieder einen neuen Hund zugelegt. Der ist wieder mein Herz, obwohl er leider Epileptiker ist. So schade! Ich will gar nicht dran denken, wie es mal endet. Ich hoffe, dass wir ihn noch lange haben, unseren Wauz. Alles Liebe an euch und eure Fellnasen :*

    • Rührend diese Geschichte und freut mich sehr das es solche lieben Halter gibt, die sich stets darum bemühen, ihrem Tier noch ein paar schöne Jahre zu schenken.
      Man wächst mit seinem Tier zusammen und schiebt es nicht ab wie einen alten Schrank!
      In guten und in schlechten Tagen, so geht Tierliebe!!!
      Danke für diesen tollen Beitrag und ich wünsche euch zweien noch viele schöne gemeinsame Zeiten((-:

    • sensationelle und seltene ansicht ich habe großen respekt vor deinem verhalten mein amstaff ist jetzt 13 hat arthrose cauda equina syndrom leicht taub und halb blind aber ich sehe es so wie du ich widme ihm jeden tag seines lebens jeder tag soll sein bester sein egal wie lange er es schafft und ich bereue nichts wa sich je für ihn getan habe ich hoffe auf ein langes leben mit ihm…nina&lennox

  • Ich bin jemand der Beiträge über ältere Hunde meistens überscrollt weil sie mir übervoll von Emotionen sind, die ich zwar durchaus nachvollziehen kann aber die ich gleichzeitig gern ein wenig feige verdränge.
    Nicht so diesen, denn der Titel machte mich neugierig.

    Und ich stimme dir aus tiefsten Herzen zu, ich halte Einschläferung an sich für eine gute Erfindung wenn Hunde übermäßig leiden müssen und keine Lebensqualität mehr haben. Allerdings wird das ganze heutzutage häufig völlig vorschnell und unbedacht angewandt mit der Begründung „Der Hund soll nicht leiden“.
    Ja, natürlich soll er das nicht. Aber auch bei alten Menschen gibt es gute Tage und schlechte. Und solange die guten Tage wiederkehren und überwiegen soll der Hund doch bitteschön leben. Es gibt genügend Mittel und Methoden um Hunden dieses Leben zu erleichtern und sie zu unterstützen.
    Aber ich finde des am besten wenn unsere alten Kameraden selbst entscheiden können wann sie gehen möchten, denn ich traue ihnen durchaus zu dass sie wissen wann es Zeit ist.

    Also ja – du hast völlig Recht, niemand würde einen alten Menschen erschießen und genau mit diesem Ansatz sollte man sich wirklich überlegen ob man seinen Hund einschläfern lassen möchte.
    Und ja am Ende muss das jeder selbst entscheiden und das ist verflucht schwer und sehr emotional aber ich bin ein großer Fan davon die Menschen dafür zu sensibilisieren und ihnen Alternativen aufzuzeigen.

    Auf jeden Fall – Danke für diesen Artikel! 🙂

    • Sabine Fischer -

      Danke für diesen tollen Beitrag. Ich habe viel über Demenz bei Hunden erfahren. Bisher kannte ich das nicht. Ich kenne aber alte Hunde, die weiter zur Familie gehören. Ich stelle mich auf sie ein. Lauf ich halt langsamer als früher, fahr ich halt nicht in Urlaub dieses Jahr. Ich finde nichts schlimmer, als wenn alte Hunde ins Tierheim gebracht werden, weil sie keiner mehr will. Ist ja lästig. Ich liebe alte Hunde. Sie sind ganz besonders. Alles Gute für Euch.

  • Danke für diesen Beitrag. Ich musste mich vor wenigen Wochen von meiner 16-jährigen Katze verabschieden. Sie hat auch nichts mehr gehört und war dement. Trotzdem hatten wir noch eine gute Zeit zusammen und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, sie einschläfern zu lassen, nur weil sie nachts dachte es wäre Zeit zum Spielen oder für Futter und mich laut schreiend aus dem Schlaf gerissen hat. Manchmal fast jede Stunde. Ich hab sie dann zu mir geholt und mit ihr geschmust und sie ist wieder zufrieden eingeschlafen. Ich meistens nicht 😉 Aber sie hat jede Zuwendung genossen, ist immer noch in meiner Begleitung in den Garten gegangen und hat auch noch Lust zum Spielen gehabt. Irgendwann wollten dann die Nieren nicht mehr und das war der Grund, sie gehen zu lassen. Aber Demenz wäre nie ein Grund gewesen. Wir wissen doch, dass es endlich ist und was liegt dann näher, als auch durch die schwierigen Zeiten gemeinsam zu gehen. Unser Verhältnis ist in den letzten Monaten nochmals sehr viel enger geworden. Und ja – ich war unausgeschlafen, ja – ich wollte nicht mehr abends weggehen um sie nicht alleine zu lassen, ja – ich habe viel geheult, ja – ich hätte mir mehr Verständnis von meiner Umwelt erhofft, und nein: ich hole mir keine Neue (Frage einer ‚mitfühlenden Freundin‘) und ja: ich würde das immer wieder so tun.

    • Liebe Irene,
      ich kann das sooo gut verstehen.
      In den letzten beiden Jahren musste ich erst Abschied nehmen von meiner geliebten 19 Jahre alten Katze und dann von meiner 16 jährigen Hündin. Beide hatten mich ihr ganzes Leben lang begleitet.
      Viele unruhige Nächte, häufig die Angst, ist alles in Ordnung, wenn man nicht zu Hause sein konnte. Manchmal Tränen, wenn man daran dachte, sie eines Tages gehen zu lassen.
      Auch ich blieb oft daheim, weil ich sie nicht alleine lassen wollte, ich wollte jede Minute mit ihnen geniessen.

      Nun begleite ich meinen „alten Krieger“ durch seinen wahrscheinlich letzten Sommer. Mein Katerchen ist 18 Jahre alt, für einen Freigänger ein stolzes Alter. Trotzdem tut es weh, ihn so zu sehen. Aber er sagt mir jeden Tag, nein, ich will noch nicht gehen. Weckt mich immer noch für sein Frühstück und lebt sonst am liebsten auf dem Balkon, wo ich ihm „seine Ecke“, die er sich selbst ausgesucht hat, gemütlich eingerichtet habe.

      Denke jetzt nicht an eine neue Katze. Lass Dir Zeit zu trauern.
      Wenn es so sein soll, wird es Dir Dein Herz sagen.
      Es ist kein Verrat am geliebten Tier, einem anderen ein schönes Zuhause zu schenken, Ich bin sicher, meine geliebten Fellnasen hätten es so gewollt.
      Aber das hat gedauert……

      Ganz liebe Grüsse
      Elke

    • Hallo, auch wir mussten vor ein paar Monaten meinen über alles geliebten Kater wegen nierenversagen einschläfern lassen. Die letzten Monate waren nicht einfach und durchschlaf en
      konnte ich auch fast nie, aus dem gleichen Grund wie du weil er mindestens 2x in der Nacht angefangen hat laut zu miauen und erst nachdem ich dann mit ihm geredet habe, aufgehört hat. Zudem hat er es in den letzten Wochen kaum aufs kistchen geschafft, weshalb ich dann windeleinlagen in der nähe seiner schlafplätze und ein weiteres kistli in seiner Nähe positioniert habe und wenn er aufgewacht ist habe ich ihn gleich ins kistli getragen. Hatte er es mal nicht geschafft habe ich ihn saubergewaschen , damit er nicht in seinem eigenen Urin liegen muss. Kann dich also sehr gut verstehen. Rückwirkend kann ich sagen, es war keine einfache Zeit, aber ich würde immer wieder so handeln!

  • Ja, tu das bitte. Schreib ein Buch. Als mein alter Herr dement wurde und fast gleichzeitig taub, da war ich echt hilflos. Wir haben uns so „durchgewurschtelt“ ich hab dann viel im Internet gelesen und auf die Erfahrung mit meinem (zu dem Zeitpunkt schon verstorbenen) dementen Vater zurückgegriffen. Dann ging es.
    Und nein nein nein „erlösen“ ist in diesem Fall natürlich keine Option.

  • Vielen Dank für diesen Artikel. Ich liebe sie auch, diese ungefragten „guten Ratschläge“ von Leuten, die die Tiere überhaupt nicht kennen und meinen, sie wüßten, was „gut für das Tier“ ist. Unser ältester ist jetzt 11 Jahre alt und eigentlich noch topfit, so ab und zu hab ich schon mal das Gefühl, er wird ein bißchen tüddelig, aber das ist alles noch harmlos. Aber auch wenn es schlimmer werden sollte, ist das doch noch lange kein Grund, den Hund einschläfern zu lassen, solange er noch Lebensqualität hat. Und ob er die noch hat oder nicht, das können nur seine Menschen beurteilen (jedenfalls im Idealfall können sie das) und sonst niemand. Vielleicht solltest Du wirklich mal ein Buch zu dem Thema schreiben …

    • SUPER BERICHT !!! SCHÖN, DASS ES MENSCHEN GIBT DIE DAS GERZ AM RECHTEN FLECK HABEN…AUCH FÜR HUNDE…FÜR TUERE ÜBERHAUPT !!!! ICH BIN AUCH SO EIN MENSCH…

  • Petra Koschak -

    Wunderschön geschrieben. Ich hatte schon einen Hund mit Altersdemenz, fast ganz blind und schwerhörig. Es war oft nicht einfach mit ihr, weil sie Nachts Stundenlang im Kreis lief und dabei schrie. Trotzdem haben wir noch eine schöne Zeit miteinander verbracht. Gestorben ist sie dann an einem Milztumor.

    Einer meiner anderen Hunde hat keine Augen mehr und zeigt auch eine beginnende Demenz, ist öfters desorientiert im ihm bekannten Raum oder weiss plötzlich nicht mehr, wie man die Treppe zum Garten runter geht. Da muss ich ihm halt helfen.

    Wie Du richtig gesagt hast: Nur weil das Zusammenleben schwieriger wird, schläfert man nicht ein!

  • Danke – mehr braucht es nicht…… Ich liebe sie auch, diese Kommentare – ach, so alt schon? Ja, er trottet nur ja nur noch vor sich hin – schläft fast ausnahmslos. Schönes Alter – Zeit zum Sterben? Ich habe das Glück, dass ich immer wieder Paralellen zwischen meiner 84 jährigen Mutter und meinem 12jährigen Golden sehe. Beide brauchen Ihre Zeit, beide sind nicht mehr die jungen Wilden – dennoch habe Beide die Altersweisheit, diese Gelassenheit und doch auch den unbändigen Spaß und Willen zu leben. Und das hoffentlich noch sehr sehr lange – BEIDE. Auch wenn sie BEIDE nicht mehr gut hören, nicht mehr schnell laufen, nicht mehr ganz so rekationsschnell sind – beide ihre Medi’s brauchen – alles gut so wie es ist. Wir brauchen keine „gutgemeinten“ Besserwisser. Danke…….

  • Hallo gleichzeitig schwerhörig und gebärdsprachen gut helfen verscheiden spielen gut

  • Danke für diesen Beitrag.
    Warum einschläfern, solange das Tier keine Schmerzen hat oder anderweitig leidet.
    Meine Nudel war mit 16 Jahren auch dement, fast blind und taub.
    Ihre Taubheit hat uns das Leben sogar erleichtert, denn sie konnte die „bösen lauten Geräusche“, die ihr immer solche Angst machten, nicht mehr hören.
    Aber ihre Demenz war für mich schwer zu ertragen. Es gab Momente, da erkannte sie mich nicht mehr. Statt sich zu freuen, wenn ich sie streicheln wollte, zuckte sie zurück. Das tat zwar weh, aber ich wusste tief in meinem Herzen, sie kann nichts dafür, sie war mein Seelenhund, wir hatten eine einzigartige Beziehung, ich liebte sie trotz aller schwierigen Momente sehr und ich wusste immer, sie liebt mich auch, sie vergisst es nur manchmal.

    Erlöst habe ich sie, als sie schwer krank wurde und ein Weiterleben für sie nur noch Schmerz und Leid bedeutet hätte.
    Es hat weh getan, sie gehen zu lassen, aber auch das ist Liebe, RIP meine geliebte Nudel

  • Ich bin Gehörlose gleichzeitig hörend schwerhörig Gebärden sprachen verscheiden spielen ja Hunde verstehen gut machen

  • Liebe Inka,
    beim Lesen deines Artikels konnte ich nicht verhindern, dass wieder ein paar Tränen rollten 🙁 Es erinnert mich an die Zeit, als meine BC-Hündin das letzte dreiviertel Jahr ein Pflegefall war. Auch sie war taub, fast blind, aber ihre Hinterhand machte nicht mehr mit. Sie kam hinten einfach nicht mehr hoch. Schmerzen hatte sie keine, ihr Lebenswille war ungebrochen und wenn sie mal hinfiel, schien sie mit sich selbst zu schimpfen, aber sie klagte nie. Sie lernte schnell, wenn sie den Platz wechseln wollte, musste sie nur bellen, dann kam Frauchen und half ihr hoch, stützte sie am Brustgeschirr bis sie da lag, wo sie hinwollte. Sie freute sich ihres Lebens, denn trotz allem ging es ihr gut. Aber wir litten, wir litten mitansehen zu müssen, wie angewiesen meine sture und nie gern Hilfe annehmende Hündin uns brauchte, aber oft einen Sturz in Kauf nahm um doch alles alleine zu machen. Trotzdem freuten wir uns, über jeden Tag, den sie bei uns war. Das Umfeld sah es anders. Wir mussten uns anhören, dass wir!uns doch quälten mit dem Hund (Hä??) Das es besser sei, sie zu Erlösen (wovon, vom Altwerden? Denken diese Menschen später bei sich auch so? ) Wir haben gewartet und sie hat uns an dem Tag, an dem sie! gehen wollte, gezeigt, dass ihr Aufenthalt auf Erden nun lange genu war. Auch wenn es uns irre schwer gefallen ist, haben wir auch diese Entscheidung akzeptiert. Das war 3 Monate vor ihrem 17. Geburtstag 🙁

  • Sabine Ekolow -

    Genauso war es mit unserem Arko. Seit er ca 13 Jahre alt war, machte sich die Demenz bemerkbar. Wir haben ihn bei uns gehabt bis er fast 16 einhalb war, dann konnte er bzw sein Körper nicht mehr, da haben wir ihn erlöst. Die 3 Jahre mit einem wirklich alten Hund mit Demenz, Arthrose, schelchtem Sehen und Schwerhörigkeit war nicht immer einfach, aber er gehört zu unserer Familie… viele Nächte liess er uns nicht schlafen, Unruhe, Angstzustände, Desorientierung… wir haben ihm beigestanden. Sicherlich nicht immer perfekt, aber auch wir sind nur Menschen. Medikamente gegen die Unruhe usw halfen nie sehr lange, und wenn mit anderen unschönen Nebenwirkungen, daher haben wir uns auf Schmerzmittel beschränkt. Etwas Unterstützung gaben Bachblüten. Er hatte immer noch so viele Phasen und Strecken wo seine alte Lebensfreude hochkam, solange dies überwog, konnten wir ihn nicht einschläfern. Der Vergleich mit der Oma stimmt genau.
    Die schläfert man auch nicht ein, wenn’s unbequem wird.
    Vielen Dank für deinen Artikel! Ein Buch dazu wäre ganz toll.

  • Irmgard Mueen -

    Ich möchte Sie gerne dazu ermuntern, ein Buch selbst zu schreiben. Das hilft den Betroffenen und ich denke, dass es auch für Sie gut sein wird, Ihre Erlebnisse und Erfahrungen niederzuschreiben. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund eine gute Zeit. Liebe Grüße aus München!

  • Meine Lady, Tagebuch eines Findelhundes ist bereits 20, hat Arthrose und war drei Wochen gelähmt. Nun läuft sie wieder selbständig, ist schwerhörig, hinkt wegen der Arthrose, das allerdings bereits seit drei Jahren. Da hat so mancher Senior zitterig mit dem Rollator vor mir gestanden und gefragt, wann ich dem Tier endlich die Spritze geben lasse…

    • Das ist furchtbar. Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles schnell und einfach sein soll. Das Einschläfern eines Tieres hat sich zu einer Standardlösung entwickelt, um das Leiden zu beenden. Es ist aber viel zu oft nicht das Tier, das leidet, sondern der Mensch!

      Meine Hunde begleiten mich in den guten und in den schlechten Zeiten – daher spüre ich eine moralische Pflicht, sie ebenso zu begleiten, auch beziehungsweise insbesondere in schlechten Zeiten. Denn auch in denen geht die Sonne jeden Tag wieder auf.

  • Danke für disen Beitrag, wunderschön geschrieben. Mein 16jähige (geschätzt) Karus hat auch in letzten 3 Jahren körpelich abgebaut , ist blind, taub,dement, seit Wochen Urin inkontinent. Er macht seine Runden im Garten sehr gerne,auch wenn er manchmal vergist nach Hause zu kommen. Er möchte noch leben,das zeigt er mir jeden Tag und ich werde auf sein Zeichen warten. Er gehört seit 15 Jahre zu Familie.❤
    Bitte schreib ein Buch. LG

    • Wahre Tierliebe ist, zu erkennen, wann es an der Zeit ist, seinen vierbeinigen Partner gehen zu lassen. Manch alter Mensch, der sich mit Gelenkschmerzen, Arthrose und Demenz quält, wäre dankbar, wenn dieser Weg schmerzlos abgekürzt werden könnte. So ist es falsch verstandene Tierliebe und keinesfalls Verständnis, seinem Tier, das KEIN lebenswertes Leben mehr hat, einen würdevollen respektvollen Abgang zu verwehren. – Jeder, der sein Tier wirklich kennt, wird spüren, wann es so weit ist, diesen letzten schweren Gang mit ihm zu gehen. Doch ich sehe immer wieder und habe diese Erfahrung selbst gemacht, dass man dies bei anderen sehr wohl erkennt, in seinem eigenen Umfeld aber nicht erkennen will oder kann.

  • Toller Beitrag. Meine Süße ist 18 Jahre und 22 Tage. Sie ist dement und hat Cushing. Wahrscheinlich Hypophysentumor macht das ganze noch mal heftiger aber selbst wenn wir uns komplett einschränken müssen. Sie bleibt solange sie will.

  • Danke für den schönen Beitrag. Bei uns macht sich das Alter langsam und schleichend auch bemerkbar… Die Knochen müssen sich sortieren und der Motor morgens erstmal warm werden. Alles entschleunigt sich etwas. Die Ohren lassen nach, aber der Kopf ist noch hellwach. 11 Jahre ist mein Schatten nun. Manchmal überkommt mich die Angst was ist, wenn er mal eines Tages nicht mehr da ist. Die Trauer das wir die längste gemeinsame Zeit schon hinter uns haben…. Doch es istauch schön mit einem Senior. Viel mehr ruhige Momente in denen man mal kurz inne hält und gemeinsam in die Sonne blinzelt oder auf dem Sofa kuschelt. Und er zeigt deutlich, das er dabei sein will. Langsamer, aber immer noch wie früher…

  • Edeltraud Parusel -

    Ich finde es wundervoll das Skipper so ein tolles Frauchen hat . Ein toller Beitrag. Aufklärend!!!!!Das man auch mit Demenz weiter leben darf und kann . Es stimmt : Oma wird auch nicht eingeschläfert wenn sie an Demenz erkrankt. Und mit Blindheit kann ein Hund leben .
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Unsere Hündin war fast 14.Jahre, leider mussten wir sie erlösen da sie Leberkrebs im Endstadium hatte und sie sollte nicht leiden müssen . Es tut mir heute noch sehr weh. Nun steht sie in unserem Wohnzimmer, in ihrer Urne. ☺

  • Aurora Schüler -

    Meine Robby ist jetzt 18….hört sehr schlecht, hohe Töne mit der Pfeife geht gerade so..Die Augen werden jetzt etwas trüb, seit ein paar Wochen tröpfelt es auch, dann gibt’s halt in der Wohnung jetzt ein Höschen, das sie sich auch gern anziehen lässt.Ich hab das Gefühl es ist ihr unangenehm wenn die Kunden nass wird! Hab noch 2 Hundejungs mit 7 und 4 und wir gehen jeden Tag Spätnachmittag zusammen zum Rennen für die Jungs raus. Sie läuft alles mit, langsamer als die 2 aber da nehmen ich mir die Zeit und sie darf gehen wie sie will.Sie bekommt 1 Herztablette am Abend und etwas zur Leberunterstützung.Dieser Hund ist seit 14 Jahren bei mir, hatte, als ich sie übernommen habe die Diagnose Leishmaniose , hat Spondylose und Arthrose,sie wird bei mir bleiben, bis sie mir zu verstehen gibt es geht nicht mehr oder sie eines Tages einschläft.Sie ist mein Sonnenschein, hat mich durch tiefe Täler begleitet und das werde ich NIE Vergessen!

  • Meine Hündin war fast 16 Jahre alt, als ich sie erlösen musste. Die letzten 2 Jahre litt auch sie an Demenz, lief stundenlang im Kreis herum, blieb manchmal in den unmöglichsten ecken stecken. 1 1/2 Jahre konnte man sie nicht mehr aus den Augen lassen und viele Nächte habe ich geflucht. Sie konnte sich aber noch freuen, hat mehr als gut gefressen, 5 mal gab es kleinere Portionen. Auch ich war es leid, mich für ihr Leben lassen zu rechtfertigen. Zum Glück hatte ich eine Tierärztin die mir zur Seite stand und die ich 3 mal wieder abbestellt habe, weil mein Baby noch nicht so weit war. Irgendwann habe ich ihr Melatonin gegeben, da wurde es etwas besser. Ich konnte sie mit gutem Gewissen im Alter von 15 Jahren und 9 Monaten über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

  • Ich lebe seit Jahren mit alten Katzen und somit auch mit Demenz, Inkontinenz, Blind- und Taubheit… sie dürfen gehen wenn ihre Körper nicht mehr können, und nicht, wenn ich meine, nun reicht es aber mit der nächtlichen Schreierei und den Pfützen und Köttel, die auf der Suche nach dem Klo direkt vor ihnen verloren gingen, oder den Medis zur Unterstützung des Herzens und anderer Organe… und ja, ich glaube, dass der eine oder die andre gerne ihre Oma „erlösen“ würden wenn es denn machbar und erlaubt wäre.

  • Melanie Koerner -

    Ich finde deinen Beitrag toll. Ich habe selbst mal einen 17jährigen Hund aufgenommen, der auf einem abgelegenen Grundstück sein Leben fristete. Obwohl er so groß wie eine Dogge war, ist er dennoch 19 Jahre alt geworden. Am Ende hab ich ihn wenn er irgendwo liegen blieb eben zurück in sein Körbchen geschleppt. Ich spürte, dass er Freude hatte, durch den Garten zu streifen, den anderen Tieren beim Spielen zuzusehen und mit mir zu kuscheln. Ich hätte alles für ihn getan, um ihm trotz aller Einschränkungen noch länger bei mir zu haben. Ich finde alte Hunde einfach süß. Sie haben so einen besonderen niedlichen aber doch auch weisen Blick.

  • Ich hab das 3 Jahre mit meinem Charly gelebt, ein langer Abschied und am Ende musste ich doch unsere Tierärztin bitten ! Er war fast Blind, Stocktaub, hatte Arthrose , Schmerzmittel haben das gelindert, die letzten Monate konnte ich ihn nicht mehr zum Gassi gehen mitnehmen, er ist vor Angst keinen Schritt mehr gelaufen, zuhause war es für ihn am allerbesten, dann fing es an, das er auch da gegen alles gelaufen ist, oft stand er Minuten lang da, der Sabber lief aus dem Maul, der Kopf hing nach unten, erst wenn ich ihn sanft berührt habe , kam er zurück, fressen ging nur noch aus der Hand, er vergass es. eines Morgens im Januar habe ich die Terassentür aufgemacht damit er in den Garten konnte, so wie jeden Morgen, ich kochte derweil Kaffee u.s.w. Mit einemal hörte ich Geräusche, die ich erstmal nicht zuordnen konnte, dann lies ich alles fallen und bin nur noch gerannt und stand 2 Minuten später bis zur Hüfte in unserem Teich, Charly war reingelaufen und kam nicht mehr raus, er wäre ertrunken. Ich hab ihn ich Handtücher eingepackt, ihn unter die Dusche getragen, warm abgeduscht , abgerubbelt, ihn in mein Bett getragen und hab mich zu ihm gelegt, warm eingepackt, die ganze Zeit hat mein Hund geweint, diesen Ton werde ich nie vergessen, da hab ich im versprochen , das er nicht mehr länger da bleiben muss. Wir hatten noch das Wochenende zusammen und dann habe ich ihn ziehen lassen, er war so erschöpft, das ein Bruchteil des Narkosemittels ausreichte um sein Herz still stehen zu lassen, er wurde 15 1/2 Jahre alt und während ich das schreibe ist auch die Trauer um diesen einmaligen Hund wieder da , aber auch die Dankbarkeit das ich ihm helfen konnte. Und ich habe auch so oft gesagt bekommen wie lange ich ihn denn noch quälen wollte . Oldies sind was ganz besonderes, im Februar diesen Jahres haben wir Benni begraben, 16 1/2 ist er geworden, klar im Kopf bis zuletzt, er hat alles eingestellt, nicht mehr gefressen, nicht mehr gassi gehen, seine Medikamente verweigert, er wäre erstickt, das konnten wir ihm ersparen.

  • Susanne Kuhställer -

    Diesen Beitrag habe ich für das „Danke“-Heft Ausgabe 2015 vom Tierschutz Hildesheim geschrieben und ich finde er passt sehr gut zu diesem Thema. Schweren Herzens mussten wir unseren Tobi am 21.12.2014 gehen lassen…

    Zeit der Wünsche
    Nun beginnt bald wieder die Vorweihnachtszeit und da mein Geburtstag auch noch in diese Zeit fällt, werde ich oft gefragt – was ich mir wünsche…
    In diesem Jahr habe ich einen ganz großen Herzenswunsch:
    Das unser Tobi wieder gesund wird!!!

    Seit September steht die unerschütterliche Diagnose fest, dass er einen bösartigen Tumor im Gesicht hat, der mittlerweile extrem gewuchert ist und seine linke Gesichtshälfte entstellt…uns ist egal wie unser Goldschatz aussieht, doch der Tumor zerrt auch an ihm und obwohl er gut frisst wird er immer ein bisschen weniger!!! Tobi ist unser allerbester Freund – unser Traumhund -immer an unserer Seite… wie oft hat er mir schon die Tränen von der Wange geschleckt, sich an mich gekuschelt und mich getröstet wenn er spürt das ich Kummer habe!
    Am 24.Dezember 2008 kam er im Alter von 7 Monaten als Notfall aus einem Missstand zu uns, eigentlich nur vorübergehend, doch da er sich so auf uns fixierte, brachten wir es nicht übers Herz ihn wieder herzugeben. Wir hofften auf eine lange gemeinsame Zeit, doch in diesem Jahr machen uns die Tierärztinnen wenig Hoffnung, dass wir das Weihnachtsfest noch zusammen erleben dürfen…dabei würden wir uns gerade das von Herzen wünschen!

    Auch würden wir uns wünschen, dass unsere Mitmenschen toleranter mit unserem Hundejungen umgehen, denn Bemerkungen wie: „Oh Gott wie sieht der denn aus“ und „Den müsste man doch einschläfern“, hören wir leider öfter und nicht nur wir – auch Tobi und jedes Mal tut es mir in der Seele weh, zu sehen das solche Sprüche nicht spurlos an ihm vorüber gehen… doch es gibt auch Menschen, die Tobi mit dem Herzen sehen, ihn ganz normal behandeln und sagen, wie hübsch er doch ist – so wie früher!!!
    Wir würden uns wünschen, dass die Leute uns zutrauen zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung zu treffen, denn WIR leben mit ihm zusammen und sehen täglich wie es ihm geht. Solange er in der Feldmark immer noch vor jedem Apfelbaum stehen bleibt, damit wir Äpfelchen für ihn werfen, die er dann mit Freunden holt… solange er immer wieder um seine geliebten Leckerlis bettelt und solange er mit seinen Hundekumpels Milo und Asterix durch die Gegend streift – solange wissen wir das er Lebensfreude hat und jeden Tag genießt!
    Da leider nicht alle Menschen mit dem Herzen sehen können, habe ich ältere Bilder herausgesucht, doch egal wir unser Tobi aussieht – wir wünschen uns, das der Tumor zu Stillstand kommt, damit unser Weihnachtsengel noch lange bei uns bleiben darf!

  • Ich habe 2 alte Hunde zwischen 15 und 17. Und eine tolle Nachbarschaft. Die alten Leute fühlen mit den Hunden, es kommt kein böser Kommentar . Wir haben gute und schlechte Tage, anstrengende und intensive Zeiten. Noch sehe ich den Glanz in ihren Augen. Natürlich werde ich sie gehen lassen, wenn die Schmerzen und Krankheiten überwiegen.

  • Danke für die schönen Worte.
    Unsere Joy (Border Collie) ist jetzt 13.5 Jahre und einfach nur tüddelich.
    Ich liebe es. Sie ist eine liebenswerte tüddelige Oma.
    Lieben Gruß

  • Toller Beitrag . Euthanasie ist ein schwieriges Thema . wenn ein Hund leidet , leidet auch die Lebensqualität, und ich finde, dann sollte man eine Entscheidung im Sinne des Hundes treffen. Sie zeigen uns wenn sie nicht mehr können. Meine Hündin ist 14 geworden , sie war dement , hatte aber auch einen tumor . Sie wollte nicht mehr, ich hab sie dann schweren Herzen gehen lassen. Ich hoffe du hast noch eine lange Zeit mit deinem süßen plüschmann

  • Haas Brigitte ( Tierschutz- Grenzenlos ) -

    Mein kleiner Stinker wird jetzt schon 15 , ist leicht dement , schwerhörig so wie stark eingeschrenktes Sehvermögen und ich hab die selben Schwierigkeiten wie Du ! Auch ist er seit ein paar Wochen nachts inkontinent und schläft bei mir im Bett ! Dieses Problem hab ich mit Windelnauflagen gelöst ! Jetzt sind wir an einen Punkt angelangt wo er mich mehr denn je braucht und ich ihn noch mehr als zuvor liebe ! Ich werde diesen Weg bis zum Ende mit ihm gehn !!!

  • Wisst ihr was mich traurig macht, neben dem Thema an sich… ich hatte selbst so einen „Fall“ mit meinem fast 16-jährigen Opi… dass hier so weit ich gesehen habe ausnahmslos Frauen schreiben. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber das fällt mir so oft auf, wenn es um Tierschutz etc. geht.
    Haben wir da von Natur aus eine andere Empathie? Liegt es in unserer Natur als Frau, uns zu kümmern und nicht rein rational zu entscheiden, ob etwas noch „wirtschaftlich“ ist?
    Irgendwie macht mich das traurig. Sicher gibt es auch männliche Exemplare, die so auf solche Themen eingehen und sich engagieren. Aber ich habe immer wieder das Gefühl, die Mehrzahl derer, die auf tierisches Leid reagiert, sind Frauen.
    Just my 5 cents… bitte zerpflückt mich nicht wegen sexistischer Denkweisen. Mir liegt nichts ferner als das. Wollte nur meinen Eindruck schildern.
    Wundervoller Artikel…

    • Keine Sorge, das hat wirklich nichts mit sexistischer Denkweise zu tun. Ich habe eine Petition zur „Einführung einer Tierschutzpolizei“ gestartet und mind. dreiviertel der Stimmen sind von Frauen gekommen. Ich bin mir sicher, dass Du mit Deiner Einschätzung recht hast. Frauen kümmern sich von Natur aus mehr und denken nicht so „wirtschaftlich“ wie die meisten Männer.

    • Das hat doch nichts mit Sexismus zu tun, dass du Tatsachen beschreibst. Frauen sind das sich kümmernde Geschlecht. Sie werden Kindergärtnerinnen, Grundschullehrerinnen, Altenpflegerinnen und Krankenschwestern. Vielleicht sollte es nicht nur einen Girls‘ Day geben, an dem Mädchen in technische Berufe schnuppern, sondern auch einen Boys‘ Day, an dem Jungen sich soziale Berufe anschauen…

  • Meine kleine Maus ist glücklicherweise nicht dement, doch sie ist seid ein paar Tagen blind. Anfang Juni haben wir ihren 9. Geburtstag gefeiert und da konnte sie noch gut sehen. Als sie pIötzlich blind wurde, war ich nur am weinen, doch so langsam geht es wieder bergauf. Leider gibt es immer wieder Menschen die Kommententare wie: „dass ist doch kein Leben mehr“ oder „die macht auch nicht mehr lange“ abgeben und das trifft mich fürchterlich. Nein, ich würde sie nicht einschläfern lassen, sie kommt damit augenscheinlich besser klar als ich, da bin ich mir sicher. Sie hat in der kurzen Zeit schon wieder mehr Selbstvertrauen gewonnen und ist schon das erste Mal wieder ohne Leine über die Wiesen getobt. Wenn man dann sieht, wie glücklich sie ist, geht es einem gleich wieder besser. Ich liebe sie so sehr und ich würde sie nur gehen lassen, wenn sie wirklich leiden müsste.

    • Magst du verraten, was einen Hund plötzlich blind macht? Meine Erfahrung ist, dass Hunde mit Behinderungen meist ganz schnell zurechtkommen, weil sie kein Selbstmitleid kennen, sondern einfach weiter Spaß haben – jetzt eben mit Handicap. Meine Hündin hat mehrere Handicaps und mehr Spaß als eine Handvoll glücklicher Menschen zusammen. Alles Gute für euch!

  • Schöner Artikeln !
    Ich habe nicht die Omis erschossen; und wenn, dann geistig, weil sie eine andere Sichtweise hatten.
    Sind meine Tiere mit mir durch Himmel und Hölle gegangen , waren und sind der Freund im Schützengraben , dann ist es keine Frage, die sich stellt, ob ich genauso für Sie da bin.

  • Ein sehr schöner Beitrag, der mir voll aus dem Herzen spricht. Ich habe durch meine Arbeit häufig mit alten Hunden zu tun, ebenso ist meine Labradorhündin bereits zwölfeinhalb. Ich finde, alte Hunde haben etwas ganz Besonderes an sich, eine Art von Würde und „Weisheit“, die ihre teilweise Schusseligkeit nur noch liebenswerter macht. Alter allein definiert längst nicht die Lebensqualität. Und wer das bei einem alten Hund nicht verstehen kann, der weiß nicht, welche tiefen Emotionen ihm hier entgehen.

  • Danke für den Beitrag, genau wie du schreibst: alte Leute werden auch nicht erschossen.Und unser Tierarzt sagt, dass unser Hund alt ist genau wie Menschen alt werden.
    Auch er wurde blind und taub. Wir haben dann festgestellt dass er ganz hohe Töne wie z. B. die Hundepfeife oder Schlüsselrasseln noch hörte. Damit war es leichter, ihn zu rufen.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit mit Skipper und danke, dass du für ihn da bist.

    • Christine KRAUS -

      Soviel geweint, wie auf diesen Beitrag und die darauf folgenden Kommentare, habe ich schon lange nicht mehr. Mein Goldimädchen ist jetzt vierzehneinhalb, hat vorne Arthrose und hinten leichte Lähmungserscheinungen, sie hört mich nur mehr, wenn ich laut in die Hände klatsche, kommt schwer auf und hat große Probleme mit rutschigen Böden. Und manchmal geht sie herinnen hinaus, ………. (die Ärztin meint, dass das an den Lähmungserscheinungen hinten liegt)
      Aber sie frißt……., das war immer schon immer ihre Lieblingsbeschäftigung.
      Meine beiden Katzen passen auf sie auf – wenn es ihr nicht so gut geht, liegen sie bei ihr.
      Die Entscheidung lasse ich ihr……….

  • danke – das ist wunderbar geschrieben.
    mir hat wegen meinem hund, arbeits-schäfer, 13 jahre 6,5 monate, letztens wer gesagt: lass sie gehen.
    hääää? weil sie ETWAS langsamer ist, manchmal schmerzen hat? da könnteste die halbe bevölkerung – ach quatsch, 2/3 einschläfern…
    ich hab es noch immer nicht wirklich verarbeitet. zumal der mann es gar nicht böse meinte – er meinte das richtige für den hund zu empfinden. also nicht bequemlichkeit.
    aber trotzdem – es tut immer noch weh in mir.
    wenn irrtümer leben kosten…

  • Michael Trimpler -

    Unsere Katze wird im August 21 Jahre alt. Und ja, Dement ist sie auch. Ein wenig Taub sicher auch, sonst würde sie uns sicher nicht für die kleinsten Kleinigkeiten anschreien. Niere arbeitet nur noch zu 30%, Bluthochdruck und schwaches Herz. Aber wie sage ich immer so nett. Sie ist einfach zu Faul zum umfallen und genießt für sich das Leben in vollen Zügen. Kämpft sich gegen 3 Terrier durch und sie bleibt bis zum letzten Tag. Das hat sie sich verdient. In Guten wie in schlechten Tage. Lucy <3 30.8.1995 *

  • Danke für diesen tollen Beitrag. Im März diesen Jahres nahm unsere Nachbarin einen Hund aus der Tiernothilfe auf. Er sollte eingeschläfert werden, angeblich 15 Jahre alt und soweit man das beurteilen konnte, gesund. Er passte nicht mehr ins Leben seiner Vorbesitzerin… er wurde gerettet (auch weil der Tierarzt sich weigerte ein gesundes Tier einschläfern lassen). Meine beiden Töchter bekamen schnell spitz, dass da ein Hund ist. Und sie boten sich an, beim Gassi gehen zu helfen. Irgendwie kam es dann, dass dieser Hundeopi (übrigens ein wunderschöner Tibetterrier) sich überlegte er würde uns adoptieren und schwupps, tja.. wir waren auf den Hund gekommen. Einen ALTEN Hund. ABER….. er ist einfach wunderbar. Etwas viel eigensinnig, voller Charme und gut erzogen- solange man hinguckt. Wenn man nicht hinguckt, sitzt er auch mal auf dem Tisch und klaut sich schnell das Katzenfutter. Manchmal vergisst er, wo wir wohnen und findet die Tür nicht. Und er schnuppert viel zu lange an Laternenpfählen rum. Eigentlich schnuppert er viel lieber an diesen rum, als weit zu laufen. Im Gegenzug lernt er gegen Leckerlis superschnell Kunststückchen, die er immer dann der Reihe nach ohne Aufforderung wiederholt, wenn er meint nun seien Leckereien fällig. Spielen, auch mit anderen Hunden, mag er nicht mehr so… und richtig rennen ist auch nicht angesagt. Wenn man sich allerdings aufs Sofa legt dauert es keine 5 Minuten und er liegt in der Kuhle der Knie und macht ein Siestaschläfchen. Ab und zu möchte er auch reden und grunzt dann. Leider unverständlich 😉 Wir alle haben ihn sehr lieb… und seine Eigenarten gehören zu uns. Ich möchte keinen Tag mit ihm missen.

  • Danke für diese Worte. Als mein Seelenhund vor mehr als 4 Jahren schwer krank wurde, hat eine „liebe Freundin“ gesagt, ich bekäme für wenig Geld im Tierheim einen neuen Hund. Von dieser Freundin habe ich mich getrennt – von meiner Hündin nicht. Seitdem toffelt Kimi durch mein Leben und kämpft. Gegen ihre Krankheit und gegen die Voruteile, die uns immer wiedre begegnen. Seit letzten Jahr kommt Demenz hinzu. Mitunter sitzt sie im garten – völlig desorientiert. Aber das ist doch kein Problem. ich hole sie dann ab, da wo sie ist. Oder wenn ich sie in manchen Nächten bestimmt 4 x in ihr Körbchen zurückbringe. Das ist doch kein Problem. Ich hole sie dann ab, da wo sie ist. All das ist nichts gegen ihre Lebensfreude, wenn sie mit den anderen Hunden spielen will. Wenn sie mit ihrem Spieltier im Maul im Galopp in den Garten hoppelt. Wenn sie zum Kuscheln kommt und in vielen kleinen Freuden mehr. Ich liebe diesen Hund.

  • Danke für diesen Beitrag.
    Habe ihn über Facebook bekommen.
    Was für ein wunderbarer, treffender Vergleich!!!!

    Liebe Grüsse aus Hannover 😉
    mo

  • Genau so und nicht anders! Hab auch eine alte Dame von fast 14 Jahren, dement und taub, herzkrank und die Schilddrüse spielt verrückt. Aber so lange SIE noch Spaß hat am Leben, bleibt sie bei mir! Basta!
    Ist nicht immer einfach aber was maßen wir uns denn ab??? Der Bequemlichkeit halber einfach den besten Freund einschläfern zu lassen???

  • Britta Schumann -

    Mir persönlich fehlt hier in den Kommentaren die kritische Diskussion.

    Was die Entscheidung über die Lebensqualität eines alten und/oder kranken Haustieres so schwierig macht, ist doch die Tatsache, dass sie nicht objektivierbar ist.

    Lediglich in den Extrembereichen werden fast alle zur selben Entscheidung darüber kommen, ob die Lebensqualität (noch) gut ist. In den Bereichen dazwischen, wo vieles von der Tagesform und der Umgebungssituation abhängig ist, wird es keinen Konsens geben können, weil jeder durch seine eigenen Filter aus persönlichen Erfahrungen und moralischen Vorstellungen auf die Lebenssituation des Tiers guckt. Alle meine Entscheidungen sind schließlich geprägt von meiner eigenen Wahrnehmung und die kann – egal wie sehr ich mich bemühe – niemals objektiv sein. Hier hat jeder seine eigene Wahrheit und das ist auch okay.

    Und na klar, gibt es immer Menschen, die ungefragt ihren Senf dazu geben. Das erlebt man mit Hunden doch auch in jeder anderen Lebenssituation tagtäglich. Nur trifft es einen da nicht so, weil es nicht um derart elementare Entscheidungen geht.

    Trotzdem – Ist es so, dass offensichtlich unveränderbares Leid da ist, dann finde ich persönlich es klug, nicht alleine eine Entscheidung zu fällen, sondern Außenstehende, denen man vertraut, immer wieder und wieder mit drauf gucken zu lassen. Gut wenn man dann Freunde hat, die einem gegenüber ehrlich und zugewandt sind, und man sich zutraut sich mit deren Rat ernsthaft auseinanderzusetzen. Wenn ich mir nämlich sicher bin, das Richtige zu tun, und nur darauf kommt es letztendlich an, dann kann ich die schrägen Kommentare Außenstehender ganz gelassen ignorieren.

    • Ich danke dir sehr für deinen Beitrag, Britta. Wie so oft, denken wir ähnlich. Es geht ja tatsächlich nicht nur darum, dass ein dementer Hund ein bisschen tüddeliger ist. Im Fall von Skipper geht es auch darum, dass er nicht mal mich immer erkennt und auch zuschnappt, wenn er erschrickt, was bei einem taubblinden Hund gar nicht mal so selten vorkommt. Ich habe Verständnis dafür, dass das nicht jeder ertragen kann; und wer das nicht aushält, der muss dann eine Entscheidung fällen. Ich finde aber, dass man dabei ehrlich bleiben muss. Diese Entscheidung hat dann weniger mit der Lebensqualität des Hundes zu tun als mit dem eigenen Ertragenkönnen. Und selbstverständlich hilft es immer, unumkehrbare Entscheidungen mit einem Menschen zu besprechen, der einem nahesteht.

  • Wunderbarer Beitrag, den ich so voll und ganz unterstütze. Vorallem die Headline sagt alles aus. Wieso soll ich ein Tier einschläfern lassen, nur weil es erkrankt ist. Das ist absurd und würde man mit keinem Menschen machen. Wenn der Hund noch „wohl auf“ ist und man weiß, dass er nicht unter schmerzen leidet, sollte man ihn auf jeden Fall am Leben behalten.

  • Genau diese „Schusseligkeit“, die Verlangsamkeit des Tuns, das Tüddelige ist das was das leben mit einem alten Hund so schön macht. Meine Älteste ist 17 Jahre geworden, ich musste sie tagsüber wecken damit sie raus in den Garten ging. meisten verlor sie den Köttel dann noch in der Terassentür und draußen wusste sie nicht mehr was sie da überhaupt sollte. na und? Saubergemacht und gut wars. Anfang diesen Jahres musste ich meine andere Omi gehen lassen. fast 16 ist sie geworden. Und unserer letzten Seniorin, knapp 15, helfen wir die Treppe hoch die inzwischen hochgeht wie ein Kleinkind. Jeder Fuß auf jede Stufe 😉 „Du bist stets verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast!“

  • Auch wir haben eine 13jährige Huskyhündin für die wir alles tun.Sie bekommt ihre regelmäßige Physio, ihre Medikamente und ist einfach toll drauf. Der Tierarzt ist stolz auf sie , man sieht ihr ihr Alter nicht an. Wir freuen uns immer wieder auf unsere gemeinsamen Urlaube mit ihr. Leider mussten wir unsere andere Huskyladie bereits mit 10 Jahren gehen lassen, sie hat es uns ganz klar gezeigt und es wurde durch die Krebsdiagnose bestätigt. Wir genießen jeden Tag mit unserer lebensfrohen Omi, die den jungen Rüden noch jeden Tag sagt wo es lang geht. Wir lieben sie einfach !!!!!!!!

  • Meiner fängt auch langsam an. Er weiss z.B. nicht mehr, dass er kein essen stehlen darf. Läuft auch manchmal etwas planlos durch die Gegend, dafür hab ich mir jetzt eine flexi Leine gekauft. Er wird auch zunehmend Inkontinent, ist aber für mich nicht so schlimm. Ich glaube unserer Hunde sagen uns wann sie nicht mehr wollen. Solange mal selbst meint der Hund ist zwar verwirrt aber hat noch Freude am leben, solange wird er nicht eingeschläfert. Das kann der Halter am besten beurteilen.

    • Mein Sheltie Raffi ist mit 18 Jahren im Juni verstorben. Wir haben bei ihm einen 24 Stunden Dienst gemacht. Es hat uns nichts ausgemacht – ihn überall mitzunehmen – oder auch bei ihm daheim zu bleiben. Auch wir kennen die Aussprüche „man sollte ihn erlösen“ oder das ist „Tierquälerei“ – ihm rutschen beim Laufen oft die Hinterbeinchen weg. Meine Antwort lautete dann immer „einen alten Opa der im Rollstuhl sitzt, weil ihm das Laufen schwerfällt, schiebt man auch keinen Abhang runter – nach dem Motto „das war es“ ! Die Liebe die mir dieser
      Hund gegeben hat, ist mit nichts zu vergleichen. Leider konnte
      ich ihm beim Sterben nicht im Arm halten, da ich zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus lag – es war für mich schrecklich –
      ich kann es in Worten nicht beschreiben.

  • Hallo. Ich freue mich, dass es so viele liebe Menschen gibt. Meine Husky Hündin wird 9 Jahre – ich weiß sie können 16 Jahre werden. Ich bemerke schon dass sie Weiser wird und wie lieb sie immer ist. Vor einem Jahr habe ich einen Artikel geschrieben über Tierärzte und Euthanasie. Das Mittel was leider meine TÄ nimmt, was ich ihr niemals zugetraut hätte. T61 googelt es gut und lasst es niemals zu, das ein Arzt es Euch schön redet. Ich freue mich, dass ihr alle die Liebe so sehr verankert habt – das ihr kämpft – egal was andere sagen. So halte ich es auch. Ich hatte keinen Einfluss darauf als meine Schäferhündin damals mit nur 7 Jahren gehen musste – da ich da nicht bei meinen Eltern mehr wohnte und es wird oft viel zu schnell getötet. Daher öffnen wir alle mit Bewusstsein unsere Herzen und tun dass was wir für richtig halten und eben nicht andere. Es gibt so viele Ärzte die Fehler machen, dann dürfen wir als Menschen auch die eigenen Entscheidungen fällen. Ich wünsche uns allen mit unseren 4-Beinern alles Glück und alle Liebe der Welt und viel Kraft!

  • Danke für diesen tollen Beitrag. Mein Berner ist nun bereits 10 Jahre alt, was für einen Sennenhund schon viel ist. Hoffentlich bleibr er noch lange gesund.

  • Ihr Beitrag ist großartig und ich freue mich zu lesen, dass Sie sich den gut gemeinten, jedoch auch hilflos erscheinenden Ratschlägen nicht beugen, sondern die jahrelange Treue Ihres Hundes wertschätzen.
    Meine Erfahrung: Tiere zeigen ihren Menschen, wenn sie nicht mehr leben und gehen möchten. Erst dann ist es an der Zeit, den letzten Gang anzutreten oder einen Tierarzt des Vertrauens um einen Hausbesuch zu bitten. Vorher nicht.
    Meine Welpen- und Junghundzeit habe ich mit zwei Katzen verbracht. Beide sind leider mit einem Abstand von ca. sechs Monaten gegangen und beide haben sich – nach langem Kampf um Genesung – irgendwann an Orte zurückgezogen, an denen sie vorher noch nie in ihrem langen Leben waren. Die Botschaft war eindeutig: Sie haben sich zum Sterben zurückgezogen.
    Einfach so ein Tier zu töten, könnten wir uns nicht verzeihen.

  • Unglaublich solche Worte…
    ich kenne das von unserer Hündin, sie war ein Neufundländer-Mischling, ist 14 Jahre alt geworden und war auch schon dement. Manchmal lag sie eine Weile da und schaute sich die Wand an.
    Dann wollte sie plötzlich durch das Fenster wieder rein, statt durch die Tür.
    Aber die guten Zeiten haben einfach überwogen und so lange durfte sie auch bei uns bleiben. Und hätte die Altersschwäche ihrem Körper nicht so zugesetzt, wäre sie auch dement mit Sicherheit noch gern bei uns geblieben.
    Demenz heißt ja nicht gleich, dass man nicht mehr lebensfähig ist!

  • Mein Hund hat das gleiche Syndrom, aber er hat sich so sehr verändert, dass ich ihm nicht mehr gerecht werden kann. Ich muss außer voll arbeiten. Wir sind alle nur noch gestresst und er ist so unruhig und ängstlich. Nichts hilft ihm. Ich müsste ihn 24h an meiner Seite haben, aber auch dann würde er ewig suchend umherlaufen und jaulen.

    Ich denke daher ernsthaft darüber nach, ihn zu erlösen. Mein Opa war übrigens dement und in seinen wachen Momenten hochgradig verzweifelt und wollte nicht mehr leben. Natürlich erschließt niemand Oma, wenn die krank ist, aber mein Opa hat unendlich darunter gelitten.

  • Also ich muss sagen ich finde es furchtbar eine Hund am Leben zu halten der permanent unter Stress steht, weil er nix mehr versteht. Der Vergleich mit der Oma find ich auch unpassend. Und erlich gesagt schaut euch Mal Alzheimer Patienten im Endstadium an. Ich würde ihnen wünschen das jemand sie erlöst. Jemanden leiden zu lassen und ja Demenzkranken leiden egal ob Mensch oder Tier und sich dann hinter falscher Moral verstecken weil man jemanden nicht das rückrad hat diese letzte schwere Entscheidung zu treffen ist einfach nur traurig..leidet die Hund halt weiter aber hey man kann sagen man hat’s bis zum Ende durchgezogen. Tierliebe heisst auch Entscheidung zu Gunsten des Tiere zu treffen und nicht der eigene.ubd wenn der Hund nur noch verunsichert ist nix mehr weiss und kaum mehr einen Sinn benutzen kann ist das Quälerei.

    • Liebe Linda,
      ich persönlich finde es anmaßend, über die Lebensqualität eines Hundes, den du nie gesehen hast, zu urteilen und aufgrund deines Urteils ein gutes halbes Dutzend Menschen (Tierärzte, Dogwalker, Physiotherapeuten und nicht zuletzt mich) der Tierquälerei zu bezichtigen.
      Dass du überdies auch allen Menschen, die an Demenz leiden, die Euthanasie wünschst, macht mir ehrlich gesagt Angst. Ich hoffe, dass nie wieder Menschen andere Menschen, deren Leben sie für nicht lebenswert halten, ermorden.
      Irritierte Grüße
      Inka

  • Mein Zwergpudel ist 13 Jahre alt. Wurde mit 5 Jahre blind. 2 Augenkrankheiten, die Netzhaut hat sich aufgelöst. Hatte sehr schöne Jahre und hat fast bis zuletzt noch Bällchen gespielt.(Die Leute konnten die Blindheit gar nicht glauben). Jetzt hört er fast nichts mehr und seit einiger Zeit leckt und beißt er sich die Pfoten wund. Die Tierärztin meint eine Angewohnheit, seit er Milben an den Pfötchen hatte. Jetzt in Dezember, wie das Wetter so mild war,und keiner mehr damit gerechnet hat. Er muss jetzt Zuhause immer Söckchen tragen. Dann leckt er auch daran. Er muss also immer beobachtet werden, da er sonst die Söckchen wieder auszieht
    Das heißt, da ich 84 Jahre alt bin und alleine wohne, brauche ich dann einen .Hundesitter.
    Ich liebe meinen Hund wirklich sehr und bin auch sehr glücklich daß ich ihn habe, aber wie soll das weiter gehen.
    Dies ist kein Kommentar, aber ich mußte einfach mal alles von der Seele reden.

  • Auch ich möchte hier einen Beitrag veröffentlichen. Ich selber habe einen 14 jährigen Hund, der an Leberkrebs, Cushingsyndrom, Demenz und Epilepsie erkrankt ist und ich vor der schwersten Entscheidung stehe was die Einschläferung meines geliebten Wuffis angeht. Er hat immer noch eine minimale Lebensfreude und springt in der Wohnung hin und her, wenn wir vom Spaziergang, Heim kommen. Mir bereitet es solche Schmerzen in meinem Herzen, wenn ich meiner liebevollen Fellnase das Leben nehmen soll , obwohl ich weiß das mein geliebtes Hündchen schwer krank ist, kann ich ihn nicht über die Regenbogenbrücke schicken. Für mich ist es nicht mit meinem Gewissen zu vereinbaren und hoffe doch so sehr, daß mir mein kleiner vierbeiniger Liebling diese schwere und brutale Entscheidung, der Einschläferung abnimmt , indem er in seinem Körbchen oder in meinen Armen von selbst einschläft. Denn ich bin täglich hin und hergerissen , was das richtige in dieser Situation ist. Vor allem, weil es wie eine Achterbahn verläuft, es geht rauf und runter mit seiner eingeschränkten Lebensqualität.
    Schmerzhafte Grüße von A.

  • Stefanie Scherer -

    Hallo,

    ich habe seit Dienstag Snoopy, laut Impfpass wird er im Juli 18 Jahre alt. Seine letzten Halter sind seit Dezember im Pfegeheim, ich habe sie heute besucht um die Übergabe rechtlich zu regeln. Der Kleine war bisher bei einem Verwandten, der in am Montag bei meiner Tierärztin einschläfern lassen wollte, weil „er soll alt ist“. Die hat sich geweigert und mich gefragt, ob ich ihn nehmen würde, weil mein Ducky vor fünf Wochen gestorben ist. Es wird dauern, bis er sich eingelebt hat. Snoopy ist blind, fast taub und ziemlich dement, aber er hat immer noch Freude am Leben. Gutes Essen schätz er, von den beiden anderen alten rumänischen Zicken läßt er sich nicht einschüchtern und mein Kater liebt ihn, endlich ein Hund auf Augenhöhe, Wie kann ein Mensch es wagen einzuschätzen, wann ein Leben nicht mehr lebenswert ist?

    • Liebe Stefanie,
      Danke dass es dich gibt. Nur weil ein Tier alt ist, muss es nicht sterben.
      Ich selbst habe zwei Hunde. Ein Zwergpinscher (w) und meinen besten Freund, Pekingese (m). Er ist im April 17 Jahre alt geworden. Ich bin 18 und habe ihn seit meinem ersten Lebensjahr. Er war bisher wirklich immer ein liebervoller wunderbarer Freund. Schon länger sieht er nicht mehr gut, hört schwer und ist lieber allein. Letzte Zeit bellt er jedoch immer wenn man ihn anfasst (ob es streicheln ist oder ich ihn die vielen Treppen nach unten tragen möchte). Ich war neugierig wieso er sich so stark schleichend geändert hat und habe einige Symptome entdeckt. Er hat CDS. Demenz, wie mein Opa. Mein Charlie frisst ganz normal, schläft eben viel, geht nach wie vor normal nach draußen und hat gute, so wie schlechte Tage. Mir macht es zu schaffen nicht genau zu wissen wie es ihm geht, ob er Schmerzempfinden hat und auch schmerzen hat oder nicht. Wie ich ihm helfen kann. Leider haben mich die letzten Jahre sehr viele Menschen – oft auch dieselben angesprochen, ob ich ihn nicht einschläfern lassen würde bzw wurde mir auch mal vorgeworfen ob ich dies nicht tun sollte. Er wälzt sich immer noch im Gras und das ist der einzige Zeitpunkt wo er sich kraulen lässt. Ich sehe in ihm dass er lebt, leben will. Eben mit Guten und schlechten Tagen. Ich hoffe dass wenn seine Zeit gekommen ist, er selbst einschläft, ganz in Ruhe. So eine Entscheidung möchte ich niemals treffen müssen. Ich bin froh das es so viele Hundehalter gibt, die auch im schweren Zeiten an der Seite ihrer alten Freunde stehen. ❤️ Ich genieße jeden Tag mit ihm, auch wenn es manchmal sehr, sehr anstrengend sein kann.

  • Hallo,
    zuerst vielen Dank für die vielen Erfahrungsberichte und Meinungen. Meiner bald 16 Jahre alten Hündin musste im Februar ein Auge entfernt werden. Von der Narkose hat sie sich sehr lange nicht erholt, sie hatte Halluzinationen, war dehydriert, konnte nicht stehen und hat nur geweint. Sie konnte schon vorher sehr schlecht laufen, stolperte oft. Hören kann sie nur wenig, das verbliebene Auge ist auch nicht mehr wirklich gut. Außerdem hat sie Herzprobleme und jede Menge Zahnstein, der sie offensichtlich stört, an den wir uns aber nicht mehr rantrauen nach der letzten Narkose. Inzwischen ist es insgesamt zwar besser, aber sie kann nach wie vor schlecht laufen, ist zunehmend auch dement und orientierungslos. Sie läuft gegen Wände und Türen, nicht immer, aber immer öfter. Wegen ihres unsicheren Gangs stolpert sie dann und fällt manchmal hin. Manchmal findet sie ihr Körbchen nicht und legt sich so verquer rein, dass sie sich dabei weh tut. Allerdings frisst sienoch gern und hat bisweilen kurz Freude am Gassigehen, wobei sie immer gestützt werden muss. Wenn sie nicht gerade frisst oder schläft oder draußen eine gute Gassiphase hat, ist sie fast immer nervös und hechelt. Sie war früher so eine starke, gelassene Persönlichkeit und es tut so weh, ihr nicht besser helfen zu können! Ich glaube, sie hasst diesen Zustand selbst. Streicheln und anfassen stresst sie eher noch mehr! Es ist eher kontraproduktiv, ihr zB ins Körbchen zu helfen, dann wird sie noch hektischer!
    Ich will sie bestimmt nicht einschläfern, weil sie unbequem geworden ist, auch wenn man sie nicht mehr allein lassen kann, aber noch eine weitere Einschränkung würde ich ihr glaube ich eher nicht zumuten wollen.

  • Skipper, du süße Fellnase. Dieser Bericht ist von 2016, aber er ging mir voll ins Herz, ich habe geweint! Skipper, ich denke, du bist längst über die Regenbogenstraße gegangen, aber du hast mir so viel Mut gemacht! Mein Benji, 15 Jahre, taub, blind und dement, mit guten und mit schlechten Tagen, all die Jahre immer an meiner Seite. Ich weiß, dass unsere Zeit abläuft und das wir über jeden Tag, an dem er noch weiß wie man frisst und säuft und an dem er mich noch kennt glücklich sein müssen! Wir genießen jeden Tag an dem wir noch zusammen sein können! Er ist glücklich, dass kann ich sehen! In guten wie in schlechten Zeiten! Mir macht die Zeit Angst, die vor mir liegt, wenn er nicht mehr da ist! Oh man, ich heul schon wieder! Er entscheidet, wenn es Zeit ist zu gehen!

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